Augenlidstraffung Wien OA Dr. Leo Gmelch, MRBS

Lidheberschwäche

Ptosis-Korrektur in Wien — wenn das Lid selbst zu tief steht

Bei der echten Ptosis ist nicht die Haut das Problem, sondern der Lidhebermuskel beziehungsweise seine Sehne. Eine Hautstraffung würde hier nichts verbessern – korrigiert werden muss am Muskelansatz.

  • Diagnose über MRD1 und Levatorfunktion
  • Medizinische Indikation möglich
  • Kostenübernahme im Einzelfall
Themenbild Ptosis-Korrektur, Querformat 3:2 (ca. 1200×800).

Ursachen

Warum das Lid hängt — und warum die Ursache zählt

Eine Ptosis ist ein Symptom, keine Diagnose. Bevor operiert wird, muss geklärt sein, was dahintersteckt – manche Ursachen erfordern zuerst eine internistische oder neurologische Abklärung.

Aponeurotische Ptosis

Die mit Abstand häufigste Form. Die Sehne des Lidhebermuskels (Levatoraponeurose) dehnt sich oder löst sich mit den Jahren teilweise vom Lidknorpel ab. Der Muskel funktioniert – nur die Kraftübertragung nicht mehr vollständig.

Typisch: höhere Lidfalte, gute Levatorfunktion

Angeborene Ptosis

Der Lidhebermuskel ist von Geburt an fehlgebildet. Bei Kindern ist eine frühe Abklärung wichtig, weil ein dauerhaft verdecktes Auge die Sehentwicklung beeinträchtigen kann (Amblyopie).

Typisch: eingeschränkte Levatorfunktion

Neurogene und myogene Ursachen

Dazu zählen die Okulomotoriusparese, das Horner-Syndrom sowie Muskelerkrankungen. Eine Myasthenia gravis äußert sich typischerweise als wechselnde, im Tagesverlauf zunehmende Ptosis – hier steht die neurologische Abklärung eindeutig vor jeder Operation.

Typisch: wechselnde Ausprägung, Doppelbilder

Mechanisch und traumatisch

Ausgelöst durch Lidtumoren, ausgeprägte Schwellungen, Narben oder als Folge von Verletzungen und Augenoperationen – etwa nach längerem Tragen harter Kontaktlinsen, das die Aponeurose dehnen kann.

Typisch: klare Vorgeschichte

Diagnostik

Zwei Messwerte entscheiden über das Verfahren

MRD1

Margin Reflex Distance 1 – der Abstand Lichtreflex zu Oberlidrand.

Messung
Bei geradeaus gerichtetem Blick wird der Abstand zwischen dem Lichtreflex auf der Hornhaut und dem Oberlidrand gemessen.
Bedeutung
Normalwerte liegen etwa bei 4 bis 5 Millimetern. Werte unter rund 2 Millimetern gelten als auffällig und sprechen für eine relevante Ptosis.

Levatorfunktion

Der Bewegungsumfang des Oberlids.

Messung
Bewegung des Oberlidrandes zwischen maximalem Blick nach unten und nach oben – bei mit dem Finger fixierter Braue, damit der Stirnmuskel das Ergebnis nicht verfälscht.
Bedeutung
Eine gute Funktion erlaubt eine Korrektur am Levatormuskel selbst. Ist die Funktion sehr schwach, muss das Lid stattdessen an den Stirnmuskel angekoppelt werden (Frontalis-Suspension).

Sicherheitsprüfungen

Was vor jeder Ptosis-Operation zusätzlich geprüft wird.

Bell-Phänomen
Dreht sich der Augapfel beim Lidschluss nach oben, ist die Hornhaut auch bei unvollständigem Lidschluss besser geschützt.
Tränenfilm
Ein vorbestehendes Trockenes Auge kann sich nach Anheben des Lides verstärken und muss vorher behandelt werden.

Ehrlich gesagt

Die Ptosis-Korrektur ist der anspruchsvollste Eingriff der Lidchirurgie, weil die Lidhöhe millimetergenau eingestellt werden muss – während Betäubung, Schwellung und Muskeltonus das Ergebnis während der Operation beeinflussen. Nachkorrekturen sind hier deutlich häufiger als bei der reinen Hautstraffung. Das gehört vor dem Eingriff gesagt, nicht danach.

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Häufige Fragen

Ptosis – die wichtigsten Fragen

Was ist eine Ptosis genau?

Als Ptosis bezeichnet man ein Herabhängen des Oberlids, bei dem der Lidrand selbst zu tief steht und einen Teil der Pupille verdeckt. Die Lidspalte ist verengt, häufig seitenungleich.

Ursache ist meist eine altersbedingte Dehnung oder Ablösung der Levatoraponeurose – der Sehne des Lidhebermuskels. Seltener liegen angeborene Formen, neurologische Erkrankungen wie eine Myasthenia gravis oder ein Horner-Syndrom, mechanische Ursachen oder Folgen von Augenoperationen zugrunde. Deshalb steht am Anfang immer die Abklärung der Ursache, nicht die Operationsplanung.

Wie wird eine Ptosis diagnostiziert?

Zwei Messwerte sind entscheidend. Der MRD1 beschreibt den Abstand zwischen dem Lichtreflex auf der Hornhaut und dem Oberlidrand; Werte unter etwa 2 Millimetern gelten als auffällig.

Die Levatorfunktion misst, um wie viele Millimeter sich das Oberlid zwischen maximalem Blick nach unten und nach oben bewegt – bei fixierter Braue, damit der Stirnmuskel das Ergebnis nicht verfälscht. Aus diesen beiden Werten ergibt sich, welches Verfahren infrage kommt.

Was ist der Unterschied zwischen Ptosis und Schlupflid?

Beim Schlupflid (Dermatochalasis) hängt überschüssige Haut über die Lidfalte, während der Lidrand selbst normal steht. Behandelt wird mit einer Oberlidstraffung.

Bei der Ptosis steht der Lidrand zu tief, weil der Hebemechanismus geschwächt ist. Eine reine Hautentfernung würde daran nichts ändern. Beide Befunde können gleichzeitig bestehen – dann werden sie in einer Sitzung gemeinsam korrigiert.

Übernimmt die Krankenkasse die Ptosis-Operation?

Eine ausgeprägte Ptosis mit relevanter Gesichtsfeldeinschränkung ist eine medizinische Indikation und damit grundsätzlich eine Heilbehandlung, keine ästhetische Maßnahme.

Für einen Antrag auf Kostenübernahme ist in der Regel ein augenfachärztlicher Befund mit Gesichtsfelduntersuchung und Fotodokumentation erforderlich. Die Entscheidung trifft im Einzelfall Ihr Versicherungsträger. Wir unterstützen Sie bei der Zusammenstellung der Unterlagen.

Wie genau lässt sich das Ergebnis vorhersagen?

Die Ptosis-Korrektur ist technisch anspruchsvoller als eine Hautstraffung, weil die Lidhöhe millimetergenau eingestellt werden muss – und Schwellung, Betäubung und Muskeltonus das Ergebnis während der Operation beeinflussen.

Nachkorrekturen sind bei der Ptosis-Chirurgie deshalb häufiger als bei der reinen Blepharoplastik. Darauf wird vor dem Eingriff ausdrücklich hingewiesen – eine seriöse Aufklärung nennt das offen, statt es zu beschönigen.

Unsicher, welcher Eingriff der richtige ist?

Das ist die häufigste Frage – und genau dafür gibt es die Erstberatung. Am Ende steht eine klare Empfehlung, auch wenn sie „kein Eingriff“ lautet.

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